IHE-Profile als Kern des Elektronischen Patientendossiers

Die Schweiz baut beim Elektronischen Patientendossier (EPD) voll auf IHE-Profile auf. Der Beitrag zeigt auf, wie die Profile im EPD genutzt werden. 

Die Schweiz baut beim Elektronischen Patientendossier (EPD) voll auf IHE-Profile auf. Diese bestimmen massgeblich die Architektur sowie die Interaktionen zwischen den einzelnen Subsystemen, im IHE Jargon auch Akteure genannt. Dabei bestimmt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit eHealth Suisse und unter Einbezug von Experten, welche IHE-Profile wie eingesetzt werden.

Vom Einsatz der IHE-Profile erhofft man sich vor allem eines: Flexibilität durch Interoperabilität. Dadurch dass für jeden Akteur genau spezifiziert ist, wie er mit anderen Akteuren zu interagieren hat, soll es möglich sein, einzelne Akteure einfacher auszuwechseln und Softwarekomponenten verschiedener Anbieter zu kombinieren. Weiter soll gerade für Softwareanbieter ein Mehrwert entstehen, da sie Softwarekomponenten, die auf internationalen Standards basieren, auch für andere Projekte wiederverwendet werden können.

Konkret kommen im EPD nicht weniger als 15 IHE-Profile zum Einsatz. Die da sind: ATNA (Sicherheit und Logging), CT (Zeitsynchronisierung), HPD (Verzeichnis für Organisationen und Gesundheitsfachpersonen), PDQ (Patientensuche mit demografischen Daten), PIX (Patientenidentifikation), RMU (Gemeinschaftsübergreifendes Bearbeiten von Metadaten), SVS (Verwalten von Metadaten), XCA (Gemeinschaftsübergreifende Kommunikation), XCA-I (Gemeinschaftsübergreifende Kommunikation für Bilddaten), XCPD (Gemeinschaftsübergreifende Patientensuche), XDM (Datenexport und -import), XDS (Zur Verfügung stellen und Abrufen von Dokumenten), XDS-I (Zur Verfügung stellen und Abrufen von Bilddaten), XDS MU (Bearbeiten von Metadaten) und XUA (Benutzer Authentisierung und Autorisierung).

Für einige dieser Profile wurden zusätzlich noch nationale Anpassungen vorgenommen, um die gesetzlichen Gegebenheiten des EPD abzubilden. Das heisst, dass für diese Profile - im Rahmen der von IHE festgelegten Richtlinien - weiterführende Spezifikationen erstellt wurden. Wo aber eine Anpassung nötig ist, die den von IHE festgelegten Rahmen sprengt, kann mittels Change Proposal bei IHE International ein Antrag gestellt werden, um das IHE-Profil anzupassen. Auch diesen Weg hat die Schweiz in Zusammenhang mit dem EPD bereits erfolgreich bestritten.

Für Anwendungsfälle, die nicht oder nur ungenügend durch IHE-Profile abgedeckt werden, wurden für das EPD eigene nationale Profile spezifiziert. Diese sind: ADR (Berechtigungssteuerung), ATC (Schreiben und Abrufen von Patientenlogs), CPI (Verzeichnis der Gemeinschaften und Endpunkte), PPQ (Verwalten von Berechtigungen) und UPI (Nationale Personenidentifikation). Wo immer möglich, wurden diese nationalen Profile den bestehenden IHE-Profilen angeglichen.

Trotz diversen Anpassungen der bestehenden IHE-Profile und sogar eigenen nationalen Profilen, können wir doch feststellen, dass mit den momentanen Bestimmungen des EPD, die Interoperabilität durch etablierte Standards und Frameworks gewährleistet ist. Denn das EPD ist im Kern durch und durch IHE.


24. September 2020
Autor/Kontakt: david.moessner@bright-insight.ch

 

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